Aufgabenstellungen des Überwachten Lernens

Supervised Learning ist ein Bereich des maschinellen Lernens. Dabei wird ein Modell anhand von Beispielen trainiert, bei denen zu jeder Eingabe bereits die passende Ausgabe bekannt ist.

Die Trainingsdaten bestehen also aus Paaren aus

  • einer Eingabe
  • und einer dazugehörigen Zielausgabe

Das Ziel ist, dass das Modell aus diesen Beispielen Zusammenhänge lernt und anschließend auch für neue, bisher unbekannte Eingaben passende Ausgaben vorhersagen kann.

Grundidee

Beim Supervised Learning liegt bereits während des Trainings für jedes Beispiel die richtige Ausgabe vor. Das Modell kann daher seine Vorhersagen mit den bekannten Zielausgaben vergleichen und schrittweise angepasst werden.

Ein Beispiel:

  • Eingabe: Merkmale einer E-Mail
  • Zielausgabe: Spam oder kein Spam

Ein weiteres Beispiel:

  • Eingabe: Merkmale einer Wohnung
  • Zielausgabe: geschätzter Preis

In beiden Fällen soll das Modell aus bekannten Beispielen lernen, damit es später auch neue Fälle richtig einordnen oder sinnvoll einschätzen kann.

Zwei Hauptproblemklassen

Beim Supervised Learning unterscheidet man vor allem zwei Hauptproblemklassen:

  • Klassifikation: Vorhersage des Werts eines qualitativen Merkmals
  • Regression: Vorhersage des Werts eines quantitativen Merkmals

Der Unterschied liegt also in der Art der Zielausgabe.

Lade Tool 'KI_ML/01_SupervisedLearning/01_Aufgabenstellungen/01_mnist-classification'...

Lade Tool 'KI_ML/01_SupervisedLearning/01_Aufgabenstellungen/02_polynomiale-regression'...

Breitentest: MNIST-App

width="min(150%, 1100px)"

Lade Tool 'KI_ML/01_SupervisedLearning/01_Aufgabenstellungen/01_mnist-classification'...

width="130%"

Lade Tool 'KI_ML/01_SupervisedLearning/01_Aufgabenstellungen/01_mnist-classification'...

width="1100px"

Lade Tool 'KI_ML/01_SupervisedLearning/01_Aufgabenstellungen/01_mnist-classification'...

Klassifikation

Bei der Klassifikation soll vorhergesagt werden, welchen Wert ein qualitatives Merkmal besitzt. Die Ausgabe ist also eine Klasse oder Kategorie.

Beispiele

Vorhersage der Tierart anhand von Bilddaten

Nashorn 1

Eingabe-Daten: Bild

Zugehoerige Klasse: 1

Label der Klasse: Nashorn

Nashorn 2

Eingabe-Daten: Bild

Zugehoerige Klasse: 1

Label der Klasse: Nashorn

Nilpferd 1

Eingabe-Daten: Bild

Zugehoerige Klasse: 2

Label der Klasse: Nilpferd

Nilpferd 2

Eingabe-Daten: Bild

Zugehoerige Klasse: 2

Label der Klasse: Nilpferd

Weitere Beispiele

  • E-Mail Spam / kein Spam
  • Bild (\rightarrow) Katze, Hund oder Pferd
  • Diagnose (\rightarrow) krank / nicht krank
  • Handschriftliche Ziffer (\rightarrow) 0, 1, ..., 9

Kennzeichen

  • Die Zielausgabe ist eine Klasse.
  • Es gibt nur bestimmte mögliche Ausgaben.
  • Das Modell ordnet einer Eingabe eine passende Klasse zu.

Beispiel: Ziffernerkennung mit MNIST

Ein bekanntes Beispiel für Klassifikation ist die Erkennung handgeschriebener Ziffern auf Basis des MNIST-Datensatzes.

Die Eingabedaten sind dabei Bilder von handgeschriebenen Ziffern. Jedes Bild besteht aus vielen Pixelwerten. Die Zielausgabe ist die Ziffer, die auf dem Bild zu sehen ist.

Obwohl die Labels (0) bis (9) als Zahlen geschrieben werden und geordnet sind, werden sie hier nicht als quantitative Werte verstanden. Für die Aufgabe ist nicht wichtig, dass (8) größer als (3) ist. Die Ziffern werden vielmehr als Klassen behandelt. Daher liegt hier eine Klassifikationsaufgabe vor.

Regression

Bei der Regression soll vorhergesagt werden, welchen Wert ein quantitatives Merkmal besitzt. Die Ausgabe ist also ein Zahlenwert.

Beispiele

  • Wohnungsmerkmale (\rightarrow) Preis
  • Wetterdaten (\rightarrow) Temperatur
  • Lernzeit (\rightarrow) erreichte Punktzahl
  • Fahrzeugmerkmale (\rightarrow) Kraftstoffverbrauch

Kennzeichen

  • Die Zielausgabe ist ein Zahlenwert.
  • Der vorhergesagte Wert beschreibt eine Größe.
  • Das Modell schätzt zu einer Eingabe einen passenden numerischen Wert.

Beispiel

Ein Modell erhält Angaben zu einer Wohnung:

  • Wohnfläche
  • Lage
  • Baujahr
  • Anzahl der Zimmer

Es soll den Preis der Wohnung schätzen. Da als Ausgabe ein quantitativer Wert vorhergesagt wird, handelt es sich um eine Regressionsaufgabe.

Unterschied zwischen Klassifikation und Regression

Der zentrale Unterschied liegt in der Zielausgabe:

ProblemklasseZielausgabeBeispiel
KlassifikationWert eines qualitativen MerkmalsSpam / kein Spam
RegressionWert eines quantitativen MerkmalsPreis einer Wohnung

Bedeutung für das maschinelle Lernen

Supervised Learning ist in vielen praktischen Anwendungen wichtig. Modelle werden genutzt, um auf Basis bekannter Beispiele Vorhersagen für neue Fälle zu treffen.

Typische Anwendungen sind zum Beispiel:

  • Erkennen von Objekten auf Bildern
  • Filtern von Spam-Nachrichten
  • Vorhersage von Preisen
  • Schätzung von Messwerten
  • medizinische Diagnoseunterstützung

Welche Art von Modell verwendet wird, ist dabei zunächst eine andere Frage. Verschiedene Modelltypen, etwa Entscheidungsbäume, neuronale Netze oder k-Nearest-Neighbors, können je nach Aufbau für Klassifikation oder Regression eingesetzt werden.

Zusammenfassung

  • Beim Supervised Learning wird ein Modell mit Beispielen trainiert, bei denen die richtigen Zielausgaben bekannt sind.
  • Ziel ist, aus diesen Beispielen zu lernen und anschließend für neue Eingaben passende Ausgaben vorherzusagen.
  • Die zwei wichtigsten Hauptproblemklassen sind:
    • Klassifikation: Vorhersage des Werts eines qualitativen Merkmals
    • Regression: Vorhersage des Werts eines quantitativen Merkmals
  • Die Ziffernerkennung mit dem MNIST-Datensatz ist ein Beispiel für Klassifikation.
  • Die Schätzung eines Preises ist ein Beispiel für Regression.